Berlin Hub

Childhood memories of Cold War times and beyond: between connections and divisions

20-22 October 2021

(Für die deutsche Fassung des Konferenzaufrufs: siehe unten)

The Berlin hub will take the unique history and location of the city as an occasion to ask how children on both sides of the former Iron Curtain experienced division and the multiple ways in which people sought connection during the Cold War and the years of transformation.

Through artistic engagements and academic discussions, we would like to explore which emotions are evoked by memories of the Cold War and the first years after the wall came down: which divisions and connections do they allow us to make and to remember?

The border itself and diverse experiences with it as a material, ideological and imaginary divide will be discussed through the lens of childhood memories in capitalist and former socialist countries. In our discussions, we will also consider both, the limits of memory as a source of knowledge and connection and the potentials of memory for forging connections in the present.

To what extent do memories of division during the Cold War contribute to new senses of disconnection today? Can memory work help to bridge divisions? And if so, how can we ensure that diverse stories can be told and exchanged, that differences can be articulated in such an exchange, and that connections can, but do not need to be made? In other words: where are the limits of mutual understanding and connection?

This conference seeks to bring together researchers and artists working across the social sciences and humanities, to illuminate how experiences of children, youth, and parents defined childhood during and after the Cold War in highly material as well as implicit ways.

Contributions might address the following issues:

  • How were children’s relationships with people in their everyday lives affected by experiences of division and connection?
  • How did objects, materials, media and actions contribute to bordering and the transgression of borders during the Cold War?
  • How do memories of Cold War bordering and border transgression influence attitudes to contemporary practices of bordering and border transgression?
  • What personal losses and gains were incurred during Cold War and transformation times on both sides of the border?
  • How do remembering and forgetting childhoods forge connections between generations, times and spaces?
  • How can memory work support a stronger focus on the subjectivities and agencies of children?
  • How can memory work contribute to decolonizing understandings of childhood?

We are inviting academic paper presentations (both empirical and methodological, in English and in German), discussion pieces, and posters as well as artistic projects (photographic, video, etc.).

Relevant fields of study include but are not limited to: anthropology, sociology, history, cultural studies, education, cultural geography, art history, philosophy, women’s/gender/sexuality/queer studies, performance studies, and childhood studies.

The conference will take place at Humboldt-Universität zu Berlin.

Contact e-mail for Berlin hub:

rrc@giub.uni-bonn.de

Image Copyright Jene Yeo on Unsplash

Kindheit im Kalten Krieg: Erinnerungen an Teilung und Verbundenheit

20. – 22. Oktober 2021

Die Konferenz in Berlin wird die einzigartige Geschichte der Stadt sowie deren geopolitische Lage zum Anlass nehmen, um sich mit folgenden Fragen zu beschäftigen: Wie haben Kinder auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs die Teilung aber auch zwischenmenschliche Verbindungen über Grenzen hinweg – während des Kalten Krieges und in den Transformationsjahren danach – erlebt? Welche Auswirkungen hatten diese geopolitischen Entwicklungen auf Kinder und Kindheiten?

Unter Einbezug von künstlerischen Projekten und wissenschaftlichen Diskussionsbeiträgen möchten wir untersuchen, welche Emotionen die Erinnerungen an den Kalten Krieg und die ersten Jahre nach dem Mauerfall hervorrufen: Inwiefern tragen Erinnerungen dazu bei, Grenzen zu überwinden, und inwiefern werden durch Erinnerungen Grenzen (neu) gezogen und verfestigt?

Die Grenze selbst und vielfältige Erfahrungen mit ihr als materielle, ideologische und imaginäre Trennlinie werden mithilfe von Kindheitserinnerungen in kapitalistischen und ehemals sozialistischen Ländern reflektiert. Zudem thematisieren wir einerseits, wo die Grenzen eines gegenseitigen Austauschs, der Vermittlung und des Brückenschlags mittels Erinnerungen liegen, und überlegen andererseits, welches Potenzial Erinnerungen hinsichtlich des Knüpfens von Verbindungen in der Gegenwart bergen. In welchem Maße tragen Erinnerungen an die Teilung während des Kalten Krieges heute zu neuen Grenzziehungen bei? Kann Erinnerungsarbeit dabei helfen, Grenzen zu überwinden? Und wenn ja, wie können wir sicherstellen, dass vielfältige Geschichten erzählt und ausgetauscht werden und dass bei einem solchen Austausch die Möglichkeit besteht, Unterschiede zu artikulieren und gegebenenfalls neue Beziehungen aufzubauen? Mit anderen Worten: Wo liegen die Grenzen von gegenseitigem Verständnis und Verbundenheit?

Ziel dieser Konferenz ist es, Wissenschaftler*innen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften und Künstler*innen zusammenzubringen, um gemeinsam zu beleuchten, wie Kinder, Jugendliche und Eltern Kindheit während des Kalten Kriegs und in den nachfolgenden Transformationsjahren erlebt und geprägt haben. Wir lenken dabei den Blick sowohl auf materielle als auch auf immaterielle Aspekte, diskutieren also auch Imaginationen und Emotionen. Eingereichte Beiträge könnten sich mit folgenden Themen auseinandersetzen: 

  • Auf welche Art und Weise haben Erfahrungen mit Teilung und Verbundenheit im Kalten Krieg und danach die Beziehungen von Kindern zu anderen Personen im Alltag beeinflusst?
  • Welche Rolle haben Objekte, Materialien, Medien, aber auch Praktiken in Bezug auf Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen während des Kalten Krieges gespielt?
  • Wie beeinflussen Erinnerungen an Grenzziehung und -überschreitung während des Kalten Krieges die Haltungen gegenüber zeitgenössischen Praktiken von Grenzziehung und -überschreitung?
  • Welche persönlichen Verluste, aber auch Gewinne sind aus der Zeit des Kalten Krieges und der Wende auf beiden Seiten der Grenze hervorgegangen?
  • Wie entstehen durch das Erinnern und Vergessen von Kindheitserinnerungen Verbindungen zwischen Generationen, Zeit und Raum?
  • Wie kann Erinnerungsarbeit den Fokus verstärkt auf die Subjektivitäten und Handlungsweisen von Kindern lenken?
  • Wie kann Erinnerungsarbeit zur Dekolonisierung des allgemeinen Verständnisses von Kindheit beitragen?

Als Beiträge zu unserer Konferenz begrüßen wir neben wissenschaftlichen Vorträgen (sowohl empirisch als auch methodologisch) auch Diskussionsbeiträge, Poster sowie vielfältige künstlerische Projekte (Fotografie, Video usw.).

Zu den relevanten, jedoch nicht zwingend bindenden Fachbereichen gehören unter anderem: Anthropologie, Soziologie, Geschichte, Kulturwissenschaften, Erziehungswissenschaft, Kulturgeografie, Kunstgeschichte, Philosophie, Frauen-/Geschlechterwissenschaften, Performance Studies, Kindheitsforschung

Bitte reichen Sie im Rahmen Ihrer Bewerbung eine kurze Zusammenfassung (max. 300 Wörter) mit den wichtigsten Kernpunkten Ihres Projektes oder Ihres Vortrags ein. Einsendeschluss ist der 1. Mai 2021. Die Konferenz wird überwiegend in englischer Sprache abgehalten, deutschsprachige Einreichungen sind jedoch ebenfalls möglich.

Für die Teilnahme an der Konferenz wird eine geringe Gebühr erhoben, wir werden uns jedoch bemühen, je nach Budget Reisekostenzuschüsse und Fördermittel für künstlerische Projekte zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird es für diejenigen Teilnehmer*innen, die nicht persönlich anreisen können, die Möglichkeit geben, online an der Konferenz teilzunehmen.

Die deutsche Teilkonferenz wird von Kathleen Falkenberg und Nadine Bernhard (Humboldt-Universität zu Berlin) gemeinsam mit Kathrin Hörschelmann (Universität Bonn) organisiert und an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfinden. Sofern eine Präsenzveranstaltung aufgrund der Pandemiesituation nicht möglich sein sollte, findet die Konferenz digital statt.

Für weitere Informationen und Nachfragen wenden Sie sich bitte an rrc@giub.uni-bonn.de